Performativer Code
Der performative Code konstruiert sich im Gebrauch. Kompetenz ermöglicht Performanz (Kommunikation). Gleichzeitig wird Kompetenz in der Performanz erworben.
Performative Codes basieren auf kulturellen Konventionen. Diese können den semiotischen Prozess oder auch die soziale Sinngeneralisierung betreffen. Der performative Code ist kontextsensibel und in einem ständigen Prozess der Wandlung. Er ist damit deutlich vom operativen Code zu unterscheiden. Seine Gemeinsamkeit besteht darin, dass er als Code ein Schema der Reduktion bildet, eine Perspektive, durch die etwas einen Informationswert bekommt.
Semiotischer performativer Code
Semiotische performative Codes verknüpfen Signifikat und Signifikant mit Hilfe der Konvention. Die Bedeutung des performativen Codes entsteht im Gebrauch.
Der performative Code kann neben dem konventionell-arbiträren Aspekt auch indizielle oder ikonografische Aspekte aufweisen.
Semiotische performative Codes (Zeichen) sind kontextabhängig und können vor einem offenen Horizont operieren. Der performative semiotische Code kann als endlose Signifikantenketten (Peirce) beschrieben werden.
Oft wurde betont, dass für die Interpretation von Zeichen der Kontext von Bedeutung ist, selten wird präzise gesagt, dass dieser Kontext in sozialen und medialen Formaten liegt, im [Skriptwissen] und in den Konventionen des Mediengebrauchs.
Soziale Sinnzumutung
Neben den semiotischen performativen Codes, die Signifikat und Signifikant verknüpfen, kondensieren sozial gewisse Sinnverwendungen. Sinnverwendung benutzt immer binäre Codes (Wahr/Unwahr, Recht/Unrecht etc.). Die sozialen Sinnzumutungen werden von Niklas Luhmann symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien genannt.
Die menschliche Sprache verwendet für ihre Codierung sowohl operative als auch performative Codes (vgl. Die Codierung von Sprache und Schrift).
vgl. auch Zur Unterscheidung zwischen operativ und performativ


tnvh.de » Zu Besuch bei Michael Brynntrup wrote:
2. May 2008 at 18:46
[…] Die vollkommen unterschiedliche Bedeutung der Wiederholung im operativen (in diesem Fall: Archiv) und performativen Bereich (in diesem Fall: Gedächtnis) wird oft übersehen. Selbst Luhmann, der seinen Informationsbegriff von Shannon bezieht, ist unpräzise, wenn er schreibt, dass eine Nachricht in der Wiederholung zwar ihren Sinn behalte, aber ihren Informationswert einbüße (G.d.G.p.71ff). […]