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Vision - Toward an Intergral Theory of Media

Toward an Intergral Theory of Media beschreibt eine paradoxe Bewegung, die sich in einem heterogenen medientheoretischen Arbeits- und Forschungszusammenhang in unterschiedlichen Medien und Formaten vielstimming ereignen soll. Paradox ist diese Bewegung deshalb, weil mit Hilfe der Theorie jener Arbeits- und Forschungszusammenhang bearbeitet werden soll, in dem sich die Theorie selbst entwickelt.

Die theoretische Grundlage für diese Bearbeitung liegt in der Analyse der konstruktiven Bedingungen des Theoretisierens selbst, also der entsprechenden Kommunikation in kulturtechnischen (operativen) und diskursiven (performativen), Dimension, in der Analyse von technischen Medien, der Sprache, der Verwendung von Sinn, der positiven Sprechakte, der Intention und der Funktion.
All diese Aspekte sind Aspekte der Bedingungen des Forschens und der Kommunikation (kategorisierbar als vierfache Gründe). Sie kristallisieren sich im Dispositiv des theoretischen Formats.

Durch die Bearbeitung des theoretischen Formats, durch die experimentelle Kombination von unterschiedlichen Formen des Mediengebrauchs, durch die bewusste Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Medium, können die Bedingungen des Theoretisierens und damit der Theorie verschoben werden. Das “Was” des Denkens, Schreibens und Sprechens steht damit mit dem “Wie” in konkret praktischer Verbindung. Wüsste man, welche Funktion die Theorie haben soll, könnten mit performativen und operativen Mitteln gewisse Bedingungen des Diskurses in eine vielversprechende Richtung verschoben werden. Hierbei käme es zunächst darauf an - orientiert an der Funktion -, fruchtbarere Konfigurationen von weniger fruchtbaren zu unterscheiden.

Die Praxis zerfällt in zwei Bereiche: Einerseits wird der tatsächlich stattfindende Diskurs theoretisch analysiert und seine Grundlagen praktisch bearbeitet (Selbstbezug), andererseits muss es einen zweiten Bereich der Praxis geben, der außerhalb des theoretischen Zusammenhangs stattfindet und der aus Experimenten in unterschiedlichen Medien und Formaten besteht (Fremdbezug). Diese unterschiedlichen Experimente sollen in der Regel in Speichermedien durchgeführt werden und können die empirische Grundlage weiterer Untersuchungen bilden. Ein Prinzip der nachträglichen Aufarbeitung könnte darin bestehen, dass die Projekte zunächst eher archiviert als interpretiert würden und alle Informationen und Daten so weit wie möglich öffentlich zugänglich wären. Unsere Auswertung und Interpretation würde dann als eine unter anderen vorkommen und sich ggf. mit dem Diskurs über das jeweilige Projekt und anderen Interpretationen vermischen. Auf diese Weise könnte ein lockeres Netzwerk von Einzelprojekten entstehen, die sich über ihre methodischen Grundlagen und Zielsetzungen austauschen und immer neue Konfigurationen bilden.

Großformatig gesprochen, geht es darum, den Zusammenhang von Theorie und Praxis im Hinblick auf die heutigen sozialen, medialen und technischen Verhältnisse mit Hilfe ausgewählter performativer, operativer und theoretischer Instrumente noch einmal neu zu konzipieren.

Theoretischer Ansatz
Eine erste theoretische Aufgabe wird es sein, die latenten konstruktiven Bedingungen des Diskurses, die in der Regel im kommunikativen Vollzug zusammenwirken, analytisch voneinander zu trennen. Hierbei können zunächst Prinzipien unterschieden und Unterschiede in der „Konsistenz“ aufgespürt werden. Ein Beispiel für eine derartig „Konsistenz“-Differenz liegt in der Frage, ob es sich um die materielle Logik eines Mediums und seines Codes handelt oder aber um konventionell-rekursive Konstruktionsbedingungen und Autopoiesis. Dies ist insbesondere deshalb heute aktuell, weil wir es in Bezug auf die vernetzten Rechner es mit einer Medienkonvergenz und Formatdiffernzierung zu tun haben d.h. der Code, der sich früher in der Regel aus der Materialität des Mediums ergab, ist im Computer abiträr d.h. konventionell gebildet.

Praktischer Ansatz
Das Internet-Colloquium, das Buchprojekt, die Plattform Diskurs M.E.D.I.E.N. sind unterschiedliche Annäherungsformen an die oben beschriebene Vision. Neben der Parallelität der Ansätze könnte die systematische Suche nach dem richtigen Abstraktionsgrad der Planung und der weitgehende Verzicht auf eine Planung erster Ordnung (in der reale Prozesse an eine Konzeption adaptiert werden sollen), die Verwirklichung wahrscheinlicher machen. Die im 20ten Jahrhundert vollzogene Verschiebung von den Was-Fragen zu den Wie-Fragen müsste nun pragmatisch vollzogen werden.

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