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Bedürfnis und Bedarf

Wir unterscheiden zwischen Bedürfnis und Bedarf. Das Bedürfnis ist eine Mangelempfindung, die auf Befriedigung drängt, es ist eine mehrdimensionale menschliche Empfindung und abhängig von Rahmenbedingungen. Bedürfnisse haben immer eine qualitative Dimension. Sie sind entweder natürlich oder gesellschaftlich oder eine Mischung von beidem.

Bedarf ist der Anteil des Bedürfnisses, der mit Kaufkraft ausgestattet ist und sich dadurch konkret als Nachfrage niederschlägt. Er lässt sich damit quantitativ bestimmen.

Da Unternehmen nur gewinnrelevante Daten verarbeiten können, können sie nur auf den Bedarf, nicht aber auf Bedürfnisse reagieren. Die menschlichen Bedürfnisse erscheinen Unternehmen deshalb nur als Konstruktion eines Grundes von Zahlungen, also vermittelt durch den Bedarf.

Dass sich die Produktion ausschließlich auf den Bedarf und nicht auf die Bedürfnisse bezieht, ist genauso nachvollziehbar wie problematisch. Es ist für Unternehmen vielversprechender, neue Bedürfnisse dort zu schaffen, wo Kaufkraft vorhanden ist, als für vorhandene Bedürfnisse ohne Kaufkraft zu produzieren.

Durch das Vorantreiben der Narration der Nachhaltigkeit, können wöglicherweise menschliche Bedürfnisse gewinnrelevant werden.

1 comment

  1. […] Die Produktionsstrukturen der Freien Software verweisen auf eine Welt, in der Arbeit und Konsum neuen Regeln gehorchen, eine Welt, in der die Lebensberechtigung von Geldarbeit abgekoppelt ist (vgl. hierzu Konzepte des bedingungslosen Grundeinkommens) und in der deshalb nicht für den Bedarf, sondern für Bedürfnisse produziert werden. (Zur Unterscheidung von Bedürfnis und Bedarf) […]

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