Ausgangspunkt
Eine unserer These ist, dass es weniger darum geht, immer avanciertere Technik zu entwickeln, sondern darum, die bestehenden technischen Möglichkeiten in anderer Weise zu nutzen und jene Punkte auszumachen, wo Konventionen und tradierte Formate uns daran hindern, die Chancen der Gegenwart zu ergreifen.
Mit operativ herbeigeführten Brüchen, mit der Einführung von Spielregeln, mit Entscheidungen für ungewöhnlichen Einsatz von Medien, mit Übertragungen von Strukturen, Arbeitsweisen und Proportionen von einem Medium und Format auf ein anderes, mit der Neukombination von ästhetischer und semantischer Dimension, mit experimenteller Adressierung u.a. soll der Möglichkeitsraum, der in der Differenz zwischen dem Potential des physischen Mediums einerseits und seinem Gebrauch andererseits liegt, theoretisch und praktisch erkundet werden. Um diesen Differenzraum zu erforschen, bedarf es einerseits technischen und praktischen Wissens (um die Möglichkeiten des physikalischen Mediums nicht nur zu kennen, sondern auch nutzen zu können) und andererseits einer Analyse der Formate und ihrer zwingenden Attraktivität.

