Digitalität & Formate
Der Raum der Möglichkeiten, den die digitale Technik öffnet, ist unübersehbar groß. Er scheint keine Konturen zu enthalten und gibt keine Hinweise auf alternative Formen der Mediennutzung. Der Raum ungenutzter Möglichkeiten ist damit nicht mehr positiv aus der Materialität des Mediums zu ermitteln (beispielsweise wie noch zu jener Zeit, als Brecht auf andere Möglichkeiten der Anwendung von Radiotechnik hinwies), sondern nur noch negativ oder experimentell. Der Möglichkeitsraum, jener Raum, der jenseits der bestehenden Formate liegt, kann mit performativen und operativen Mitteln untersucht werden.
Die Digitalisierung führt zu einem Prozess der Arbitrarisierung: Die formende Kraft der Materialität der Medien wird zunehmend durch die Konventionen der Nutzung, durch Formate, ersetzt.
Auf der anderen, materiellen, nicht diskursiv verhandelbaren Seite steht nun nicht mehr “das Medium” in seiner physikalischen Logik, sondern der Code. Die Bedeutung von Open Source besteht nun darin, diesen in der Benutzung nicht-diskursiven Bereich, diskursiv verhandelbar zu machen.

