Zur Unterscheidung zwischen operativ und performativ
Operative, performativ/operative und performative Prozesse unterscheiden sich in der Art ihrer Codierung (vgl.: Operativer Code, Performativer Code).
Wolfgang Ernst: Zur Unterscheidung zwischen “operativ” und “performativ”-
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siehe: Operative und performative Methoden
Performativität beginnt nicht auf der medialen Oberfläche, sondern mit dem sinnhaften Verarbeiten der Wahrnehmung medialer Oberflächen. Eben deshalb kann man Rückkopplungsschleifen unter Verwendung der medialen Ausgabe-Interfaces erzeugen.
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Der operative und der performative Bereich sind nicht gleichbedeutend mit dem Reich der Maschinen und dem Bereich des Menschlichen, sondern der Mensch kann durchaus operativ, also WIE eine Maschine funktionieren. [Operativität] bedeutet, sich in einer formalen Sprache zu bewegen, in der allein der Code aber keine Kontexte eine Rolle spielen. Oder anders formuliert: Allein der operative Code ist der (geschlossene) Horizont, vor dem ein Signal von Mensch oder Maschine interpretiert wird, der performative Code dagegen erlaubt Umweltsensibilität und damit einen offenen Horizont.
Ein gewisser Teil der Semiotik steht der Mathematik näher als den Sinnprozessen. Der den Buchstaben identifizierende Mensch ähnelt dem rechnenden, der eben im Prozess des Rechnens zum Computer wird, was ja die ursprüngliche Bedeutung des Wortes meinte: Computer waren menschliche Rechner. Auch ein bestimmter Teil der lexikalischen Kompetenz, nämlich die harte Unterscheidung zwischen existierendem und nicht-existierendem Wort ist - bei aller Problematik - rein operativ und damit durchaus in die Maschine zu verlagern (nichts anderes tun Rechtschreibprogramme).
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Der Mensch ist in beiden Welten zu Hause. Im Bereich der Operativität und im Bereich der Performanz und des Sinnes. Natürlich kippt die Kapazität und Quantität heutiger Rechner in eine Qualität - insbesondere auch im Verbund mit technischen Ausgabemöglichkeiten wie Monitor, Tonboxen und Drucker -, in etwas Eigenes, etwas, das nicht mehr als Simulation des menschenmöglichen Rechnens erscheint, und natürlich ergeben sich durch die Übertragungsmöglichkeiten der Medien und die Vernetzung der Rechner vollkommen neue Konstellationen, die den Werkzeugbegriff sprengen, doch das Grundelemente der elektronischen Datenverarbeitung ist in der Mathematik und vielleicht sogar schon im Zählen mit den Fingern angelegt. Das heißt also, dass der Computer als operative Signalverarbeitungsmaschine nicht ohne rein mathematisches also operatives Denken des Menschen möglich wäre: Die Formel ist jene Form, in der sich die Maschine selbst begreift.
Die mediale Oberfläche ist an und für sich noch nicht performativ, sondern als physikalisches Interface der Maschine streng operativ. Deshalb kann man operative Schleifen erzeugen, indem man ein Ausgabe-Interface (also beispielsweise einen Monitor) wieder mit einem Aufnahmegerät (beispielsweise einer Kamera) koppelt. Das physikalische Interface, genauer die Rezeptionsoberfläche, ist eine Ermöglichungsmaschine semiotischer Prozesse. Das physikalische Interface muss, um seine Aufgabe zu erfüllen, wahrnehmbare Unterscheidungen produzieren, an denen dann semiotische Prozesse (nicht etwa Sinnprozesse!) ansetzen können.


